Marokkos Nationalelf vor dem Länderspiel gegen Paraguay im März. Bild: Abdelali Bentarki.
Auch Frankreich beißt auf paraguayischen Granit
Irgendwo, in einem Loft in München, saß in der Nacht von Samstag auf Sonntag Julian Nagelsmann und schaute das Spiel Frankreich gegen Paraguay. Zwischenzeitlich dürfte dem mittlerweile geschassten Bundestrainer ein Lächeln über das Gesicht gehuscht sein. „Seht ihr!“, könnte er gedacht haben. „Es ist gar nicht so einfach, gegen Paraguay zu gewinnen!“
In der Tat: WM-Mitfavorit Frankreich tat sich im Achtelfinale ähnlich schwer wie Deutschland zuvor im Sechzehntelfinale. Bis zur ersten Trinkpause gaben die Franzosen einen einzigen Schuss ab. Zur Halbzeitpause lag ihr xG-Wert laut Opta bei 0,15 – und damit sogar niedriger als jener der deutschen Elf (0,17). Den ersten Schuss mit einem xG-Wert höher als 0,04 gab der zweimalige Weltmeister in der 70. Minute ab, als Kylian Mbappé per Elfmeter den Siegtreffer erzielte.
So leicht scheint die Aufgabe Paraguay also nicht gewesen zu sein. Die Südamerikaner taten dasselbe wie gegen Deutschland: Sie verschanzten sich im eigenen Strafraum und überließen dem Gegner den Ball. Paraguay agierte sogar noch einen Tick defensiver als in der vergangenen Runde: Statt in einer Mischung aus 4-5-1 und 4-4-2 verteidigten sie in einem totaldefensiven 5-4-1. Julio Enciso war vorne komplett auf sich allein gestellt, sodass Konter noch unwahrscheinlicher waren als ein WM-Triumph von Curaçao.
Frankreich tat sich enorm schwer mit dieser Aufgabe. Ähnlich wie Deutschland ließen sie die Kugel eher langsam von einer Seite zur anderen laufen. Michael Olise zeigte sich umtriebig, forderte häufig das Spielgerät und bewegte sich auf die rechte Seite. Doch gegen drei heranstürmende Paraguayer kam selbst er mit seinen Dribblings nicht durch.

Warum tun sich Nationalteams so schwer damit, tiefe Blöcke zu bespielen? Die Spieler agieren schlicht zu selten Seite an Seite. Wenn Klubmannschaften fünfmal die Woche ihr Training mit einem Rondo beginnen, wissen die Akteure irgendwann, wie ihre Mitspieler auf engstem Raum ticken. Nationalteams haben diese Eingespieltheit nicht.
Zudem sorgt die Natur von K.O.-Wettbewerben dafür, dass angreifende Teams vorsichtiger agieren als Klubteams in Liga-Wettbewerben. Ich bin mir relativ sicher, dass Vincent Kompany im Verlauf der Partie die Restverteidigung aufgehoben hätte. Warum sollen gleich zwei Innenverteidiger hinten verbleiben? Für den Fall, dass der einsame Enciso doch einmal ein Zuspiel erhält? Wieso sollten die Sechser nicht konsequent in die letzte Linie vorschieben? Der Bayern-Coach hätte mit ziemlicher Sicherheit die Außenverteidiger als weitere Waffe diagonal in den Strafraum sprinten lassen, ohne Rücksicht auf Verluste und Absicherung.
Frankreich offenbarte jedoch auch Schwächen, die sich nicht mit der Ausrede „Sie sind ein Nationalteam“ kleinreden lassen. Die Außenverteidiger hinterliefen nur selten. So konnte Paraguay die Flügelspieler recht simpel doppeln oder gar trippeln. Im Strafraum fehlte es an Präsenz, sodass der Gegner Flanken relativ einfach klären konnte. Die im Zentrum agierenden Spieler wählten teilweise in den falschen Situationen den Fernschuss, als gerade Spieler auf dem Flügel oder in Strafraumnähe freistanden.
Auch gefiel mir persönlich die Rolle von Frankreichs Stürmern nicht. Ich habe Verständnis, dass Mbappé trotz eines totaldefensiven Gegners Ballkontakte haben wollte. Er wich häufig auf die linke Seite aus. Allerdings besetzte kein anderer Angreifer den Strafraum. Das ist aber essenziell, um jederzeit den Anschein zu wahren, in den Strafraum spielen zu wollen. Nur so lassen sich die gegnerischen Innenverteidiger binden und hinten reindrücken.
Grundsätzlich sollte eine Mannschaft gegen einen derart tiefen Gegner den Ball möglichst oft in den Strafraum bekommen – sei es über Flanken, Kombinationen, Schüsse aus der zweiten Reihe. Je häufiger der Ball im Strafraum landet, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, ein Tor zu erzielen: sei es per Zufall, durch einen Elfmeterpfiff oder über eine entstehende Ecke. Zugleich droht keine unmittelbare Gefahr für das eigene Tor, selbst wenn der Ball bei einer riskanten Aktion verlorengeht. Wie gesagt: Was soll Enciso allein auf weiter Flur anstellen?
Abschließend möchte ich aber betonen, dass Frankreich aus meiner Sicht die Aufgabe besser gelöst hat als Deutschland – nicht nur, weil sie weitergekommen sind. Das lässt sich anhand einer Zahl ablesen: 0,15. So wenige Expected Goals ließen die Franzosen zu. Ja, die doppelte bzw. teils dreifache Absicherung gegen Enciso mag das französische Offensivspiel gehemmt haben. Sie hat aber auch dafür gesorgt, dass die Paraguayer nur einen einzigen Schuss im französischen Strafraum abgaben.
Gegen Teams, die konsequent auf Mauerfußball setzen, gilt eine alte Weisheit von Johan Cruyff. Er sagte einst über die italienische Nationalmannschaft: „Italien kann dich nicht schlagen, aber du kannst gegen Italien verlieren.“ Frankreich hat dafür gesorgt, dass sie gegen Paraguay nicht verlieren. Das war schon die halbe Miete.
Kanada: Pressing im roten Bereich, gelbe Karten und grün hinter den Ohren
Ralf Rangnick gilt als Trainer mit einer klaren Handschrift. Wenn eine Mannschaft „Rangnick-Fußball“ spielt, haben die meisten Fans sofort eine Vorstellung, wie die Mannschaft agiert: intensiv, raumdeckend, auf Ballgewinne lauernd. Es ist etwas ironisch, dass Rangnick zwar bei dieser WM vertreten war. Jedoch haben seine Österreicher weniger Rangnick-Fußball gespielt als eine andere Nation: Kanada.
Jesse Marsch gilt als einer der eifrigsten Schüler Rangnicks. Jahrelang hat er bei verschiedenen Stationen im Red-Bull-Kosmos dessen Fußball studiert. Zwischenzeitlich war er sogar Rangnicks Co-Trainer in Leipzig. Marsch weiß also genau, wie ein Trainer seinen Spielern ein klassisches 4-2-2-2-Pressing vermitteln muss.
Im Achtelfinale gegen Marokko lieferte Kanada sein bisher bestes Turnierspiel. Sie waren im Spiel gegen den Ball extrem griffig: Nach Querpässen der Marokkaner erhöhten sie sofort den Druck. Das Mittelfeld lief jedem Ball hinterher. Immer wieder zwangen sie den Marokkanern Zweikämpfe auf, die diese gar nicht führen wollten. Zugleich brachten die Kanadier eine hohe Körperlichkeit mit, mit der sie sich stets am Rande des Erlaubten bewegten. 24 Fouls und vier gelbe Karten legen hierfür ein deutliches Zeugnis ab.
Die Marokkaner waren besonders vor der ersten Trinkpause überfordert mit dem intensiven Pressing ihres Gegners. Die Abstände zwischen Mittelfeld und Angriff waren groß, die Zahl der Fehlpässe ebenso. In der ersten Halbzeit gab Marokko einen einzigen Torschuss ab, Expected-Goals-Wert: 0,01.
Zugleich zahlte Kanada einen Preis für die hohe Intensität: Sie konnten das Pressing der Anfangsminuten nicht aufrechterhalten. Schon nach der Trinkpause durfte Marokkos Torhüter Yassine Bounou den Ball lange am Fuß führen, ohne gestört zu werden. Zwischen der Trinkpause in der ersten und der zweiten Halbzeit gab Kanada einen einzigen Schuss ab und kam nur auf 36,6% Ballbesitz. Das ist die Kehrtseite des Rangnick-Fußballs: Wenn die Ballgewinne ausbleiben, wird das Spiel enorm zäh. Und geht der Gegner erst einmal in Führung, so wie Marokko dies kurz nach der Pause tat, wird die Partie noch zermürbender.
In der Schlussphase spürte man, dass Kanada im Verlauf der Partie sieben Kilometer mehr gelaufen war als der Gegner. Sie konnten keine Schlussoffensive mehr entfachen, ohne gleichzeitig die Abwehr zu entblößen. Marokko konterte sich zum zweiten und dritten Tor. Am Ende sah das Ergebnis deutlicher aus, als die Partie verlaufen war.
Die Deutschlandifizierung der marokkanischen Mannschaft schreitet damit weiter voran. Der Afrikameister zeigte kein gutes Spiel, gab nur vier Torschüsse ab und wirkte auch defensiv nicht immer sattelfest. Doch dank einer guten Chancenverwertung und einer starken Torhüter-Leistung hielten sie sich den Gastgeber vom Leib. Ich bleibe bei meiner Einschätzung: Marokko ist die Mannschaft, auf der bei dieser WM kein Gegner treffen will. Nicht, weil sie überragenden Fußball spielen. Sondern weil der Fußballgott auf ihrer Seite zu sein scheint.
Kurze Beobachtungen
- „Be careful what you wish for” lautet ein englisches Sprichwort, zu Deutsch: “Sei vorsichtig, was du dir wünschst“ – es könnte nämlich in Erfüllung gehen. Dieses Gefühl überkommt mich, wenn ich an die Linie der Schiedsrichter bei dieser WM denke. Ich habe mir lange gewünscht, dass die Schiedsrichter eine laschere Linie an den Tag legen. Wenn sie seltener in ihre Pfeifen blasen, läuft das Spiel flüssiger, so meine Hoffnung. Ich hätte damit rechnen müssen, dass Fußballer Schlupflöcher finden – egal, ob die Linie der Schiedsrichter lasch oder streng ist. Die Partie zwischen Paraguay und Frankreich war auch deshalb so unansehnlich, weil die Paraguayer nie für ihre harte Gangart bestraft wurden. Überhaupt scheinen die überharten Teams am stärksten von der neuen Linie zu profitieren – und das kann auch nicht im Sinne des Fußballs sein. Mbappé sollte in den Strafraum sprinten können, ohne dass ein Gegner ihn per Faustschlag niederstreckt. Da war mir die fast schon altmodische Spielführung von Michael Oliver beim Spiel Marokko gegen Kanada lieber: Er verteilte fleißig Karten und pfiff auch kleinere Foulspiele konsequent ab. So ging zwar der Spielfluss verloren. Man bekam zugleich aber nicht das Gefühl, dass Kanada für die überharte Gangart auch noch belohnt wurde.
- Vor dem Achtelfinale gegen Mexiko konnte Thomas Tuchel natürlich nicht anders, als auf die Schwierigkeit der Aufgabe hinzuweisen. In der Höhenlage von Mexiko City ein Auswärtsspiel zu bestreiten, sei eine riesengroße Herausforderung. Seine Mannschaft wäre gerne erst am Spieltag angereist. Das verbieten jedoch die Regularien. Manch anderer Trainer hätte es bei diesen Beschwerden gelassen. Doch Tuchel nutzte die Chance auch, auf das „große Privileg“ hinzuweisen, ein WM-Achtelfinale im legendären Aztekenstadion spielen zu dürfen. Er erzählte von seinen Kindheitserinnerungen, als er das Finale der WM 1986 am Fernseher sah, und wies auf Englands Geschichte in diesem Stadion hin. „Ich hoffe, wir können endlich Frieden mit dem Stadion schließen“, sagte er in Anspielung auf das WM-Viertelfinale 1986 zwischen Argentinien und England. Damals traf Diego Maradona zunächst mithilfe der „Hand Gottes“, ehe er wenige Minuten später das WM-Tor des Jahrhunderts erzielte. „Das Karma wird zu uns zurückkehren“, meinte Englands Nationaltrainer. Mir gefällt, dass Tuchel die Bedeutung einer Weltmeisterschaft zu begreifen scheint. Bei manchem seiner Kollegen hatte ich im Verlauf des Turniers meine Zweifel.
- Und, falls es noch jemand nicht gesehen hat: Auf der Seite ist ein Powerranking der WM-Achtelfinalisten erschienen. Frankreich und Marokko haben ihre hohe Platzierung im Achtelfinale nicht gerade untermauert. Aber immerhin haben sich meine zwei Favoriten in den beiden Spielen durchgesetzt. Nun treffen sie am kommenden Donnerstag im Viertelfinale aufeinander. Vor der Partie wird es eine Vorschau auf dieser Seite geben – genauso wie zu allen anderen Viertelfinals.
Das Beitragsbild zeigt Marokkos Nationalmannschaft. Bild: Abdelali Bentarki. Lizenz: CC BY 4.0.
Danke für Deine Einschätzung zur „großzügigen Linie“ der Schiedsrichter bei dieser WM. Neben Paraguay hatte ich auch schon bei den Spielen von Ghana den Eindruck, das könnte auch in die falsche Richtung laufen, wenn man da nicht aufpaßt. Bei Aktionen, die die Ausführungen von Freistößen oder Strafstößen verzögern, sind die Schiris auch generell ziemlich inkonsequent bei der Sache.
Hinzu kommt die bis hierhin sehr prinzipiell umgesetzte Vorgabe, für Duelle Südamerika vs. Europa einen Schiedsrichter aus einer unbeteiligten dritten Konföderation auszuwählen. Damit schränkt sich Collina bei den Ansetzungen unnötig ein.
Danke für den Artikel! Ein Rechtschreibhinweis: Jesse Mars*c*h mit c in der Mitte, wie das deutsche Wort.
Danke dir für den Hinweis!
Hottake: keine südamerikanische Mannschaft würde jemals wieder ein WM Finale spielen wenn die Schiris mehr europäisch pfeifen würden. Bei fast sämtlichen Mannschaften aus Südamerika hat man das Gefühl ein Spiel Unions Berlin auf Steroide zu schauen
Ich weiß nicht inwiefern du dich schon tiefer hierzu geäußert hast, aber mich würde deine Einschätzung zur generellen Schiedsrichterleistung bei der WM interessieren. Es gab nun schon vermehrt Spiele, in denen der Schiedsrichter einen überforderten, in der Linie wechselhaften und infolge dessen schlechten Eindruck hinterlassen hat. Das bei der WM eine längere Leine wohl an der Tagesordnung steht, empfinde ich erstmal als nachvollziehbare Entscheidung, aber dadurch entgleitet vielen Schiedsrichtern das Spiel. Auch viele Fehlentscheidungen und ein fehlendes Aufbäumen gegen die Rufe des VAR, die in der ein oder anderen Situation nötig gewesen wären, tragen negativ zum Gesamtbild bei. Aus dieser Perspektive ist es für mich auch unverständlich, dass ein Daniel Schlager, der dieses Jahr das wichtigste Spiel im Vereinsfußball geleitet hat, nicht bei dieser WM pfeift. Vielleicht ist das auch nur eine subjektive deutsche Perspektive, weil für mich die deutschen Spiele gegen Ecuador und Paraguay und nun auch Frankreich gegen Paraguay absolute Negativbeispiele waren.
Ich stimme absolut zu, dass man von Frankreich, mit ihrer spielerischen Klasse, mehr erwartet hat. Ich denke aber auch, dass man nicht von Paraguayischer Qualität sprechen kann, wenn die gegen Frankreich in einen Boxkampf gehen, während Frankreich Fußball spielen will.
Es ist eine Sache nicht mit einem Dribbling durch zu kommen auf Fußballerischer Ebene, es ist eine andere Sache wenn dir dein Gegner um das Dribbling zu verhindern wiederholt ins Gesicht schlägt und der Schiri trotzdem klar unfair gegen dich pfeift.
Trotzdem gebe ich dir Recht, die Ideenkiste wurde nicht komplett ausgenutzt und die Erwartung war natürlich größer. Ich möchte aber noch einen Punkt in den Raum werfen wo ich, i guess, dir Widersprechen würde:
Frankreich wusste, dass mehr als ein Tor nicht notwendig ist und man den Motor, falls nötig, jederzeit voll aufdrehen kann. Typisch Dechamp Fußball btw.!
Während mehr getan hätte werden sollen, da bin ich auch mit dir komplett auf einer Linie, dass Frankreich mehr wagen hätte können, haben sie ihren unsichtbaren Plan trotzdem ausgespielt: Paraguay laufen zu lassen.
Du sagst etwas: „Ähnlich wie Deutschland ließen sie die Kugel eher langsam von einer Seite zur anderen laufen.“, was ich dem Frankreichspiel gar nicht so abgenommen hätte. Natürlich hätte es schneller sein können, immerhin ist es Frankreich, aber Deutschland war die ersten 45min komplett Ideenlos und danach demoralisiert. Ich meine, warum hat man nach dem Ausgleich nicht mehr angegriffen und das Momentum mitgenommen? Erst in der zweiten Hälffte der Verlängerung hatte man dann endlich genug Kraft gefunden immer wieder und immer wieder Chancen rauszuspielen, bis der Schiri komplett versagt hatte.
Als kleines Indiz: Man lief mehr als Paraguay (DE 134,1km vs 121,8km PAR), während Frankreich weniger lief (PAR 89,4km vs 84,1km FRA)(laut sofascore).
Sicherlich wollte Deutschland das Tor dann sehr sehr doll, während Paraguay das Elfmeterschießen wollte, aber, wie auch im Bohndesligastream auch schon über Deutschland gesagt wurde, muss man die Paraguayaner über schnelle Pässe rauslocken oder wenigstens laufen lassen.
Dafür das Paraguay in beiden Spielen praktisch keinen Zug nach Vorne hatte, ist es schon beeindruckend, dass Frankreich ein noch viel defensiveres Paraguay in der eigenen Hälfte laufen gelassen hat.
Schlussendlich bin ich aber auch überzeugt, dass Frankreich auch noch einen Gang höher schrauben hätte können. Als Indiz dafür sehe ich vor allem, dass nach dem 0-1 in der 70′ die Franzosen einfach ein anderes Spiel gespielt haben, und auch in vorherigen Partien schnell den Gang aufgedreht haben. Außerdem sind 84km Laufleistung ziemlich wenig, im Verhältnis zu anderen KO.-Spielen in dieser WM.
(Spanien 102, England 92, Norwegen 105, Marokko 101 Kilometer gelaufen)
Ganz einfach gesagt: Ich sehe deine Kritik an Frankreich, möchte aber auch deutlich machen, dass diese Kritik nicht so stark auszulegen ist, da sie nie in der Bredouille gewesen waren, und alle Eisen ins Feuer zu legen mussten. Ich meine sogar dieses Phase nach der Trinkpause wodurch auch der Elfer dann zu Stande kam, war aus einer Phase der Leistungssteigerung heraus.
Oder zu gut Deutsch: Die waren so abgebrüht gegen das unfaire Verhalten von Paraguay gegenzuhalten, was noch mal ein ganz anderes Level war als z.B. gegen Deutschland, und die wussten, dass das Spiel nach einem 0:1 vorbei ist. Ich würde sogar argumentieren, dass eine Verlängerung Frankreich auch gelegen wäre, das kann man aber durchaus diskutieren.
Alles darüber hinaus wäre einfach unnötig riskant oder anstrengend gewesen. Man hat der Einzelleistung der Spieler vertraut, ohne viel Risiko nehmen zu wollen und das hat dann auch gefruchtet. Sah Arsc*h aus, aber am Ende für einen Titelkampf egal.
Abgesehen von den Blauen Flecken, gehen die jetzt sogar mit den frischsten Beinen ins Achtelfinale.
Geiles Tagebuch, danke dafür! Kuss geht raus!