7 Gedanken zu „EM-Tagebuch, Tag 14: Tipps für Experten

  1. Insgesamt fehlt’s da oft an ehrlichem Coaching, glaube ich. Wer sagt es den großen Namen Ballack oder Matthäus, wenn sie nerven? (Als Beispiel – nicht weil die jetzt außergewöhnlich schlecht sind)

    Aber noch viel schlimmer als Experten, die kommentieren sind Kommentatoren, die experten und dem Co damit den Raum nehmen. Das nervt unheimlich, weil es dann auch so ein Ego-Wettbewerb wird. Da kann man aus der Anglosphere, wo das bei der BBC oder auch in der NBA viel besser läuft, gern noch mehr lernen.

  2. Aus österreichischer Sicht halte ich das „Rückspiel“ gegen die Türkei sowie ein möglicherweise weiteres gegen die Niederlande für unangenehm und schwierig.

    Ich hoffe, dass wir da früh anschreiben können und uns ein allzu langer Abnützungskampf erspart bleibt.

  3. Wegen dem Kommentieren: Ich fand Marcel Reiff eigentlich immer ziemlich gut. Dem hat man oft nachgesagt, dass er harter Bayern-Fan ist. Bis er sie, bei einem schlechten Spiel, in die Pfanne haute. Reiff kommentierte als Fan des Fußballs, nicht eines Vereins. Spielte jemand schlecht mit dem „Material“ (seufz), was sie hatten, dann lies er das durchblicken. Und umgekehrt. Fand ich eigentlich immer sehr gut.

  4. Bei der Kritik am 24er Format gehe ich generell mit. Einzig den Punkt mit der Ukraine kann ich nicht ganz nachvollziehen. Es ist zwar skurril, dass die Ukraine mit 4 Punkten rausfliegt, aber sie haben ja auch mehr Punkte als Gruppenzweiter Dänemark aus Gruppe C und ist deshalb ja eher ein generelles Ding von Gruppen, dass man nur die Teams jeweils in der 4er Konstellation vergleicht. Im klassischen Format, dass nur 1. und 2. weiterkommen, wird es das ja auch immer mal wieder geben, dass man mit mehr Punkten als Teams mit weniger Punkten aus anderen Gruppen rausfliegt.

  5. Ja, ich hadere auch mit dieser Tabelle der Gruppendritten. In 1. Linie aus spieltheoretischer Sicht. Die späten Teilnehmer haben ein unschätzbaren Vorteil gegenüber den frühen Teilnehmer. Auch ich habe mich darüber aufgeregt, dass die Ukraine mit 4 Punkten ausscheidet, aber Solwenien mit 3 Punkten weiterkommt. Allerdings gibt es diesen Umstand auch beim klassischen Format mit 16 Mannschaften. Dänemark wäre mit 3 Punkten in ihrer Gruppe auf Platz 2 weitergekommen, Ukraine mit 4 Punkten auf Platz 4 ausgeschieden. Die Gruppen können einfach nicht untereinander verglichen werden. Dafür sind die Gruppen zu heterogen.
    Daher bin ich, nach anfänglicher Skepsis, doch einigermaßen gespannt, wie sich das neue Format in der Champions League bewährt. Eben weil es keine Gruppen sondern einen randomisierten Ligabetrieb gibt.

  6. Ich bin ein bisschen erstaunt, dass erst DAZN den Experten als Ko-Kommentator in Deutschland eingeführt haben soll. Soweit ich mich erinnere, war bereits bei der WM 1990 regelmäßig das Duo Faßbender/Rummenigge live aus dem Stadion im Einsatz (bei der ARD, das ZDF hatte möglicherweise ebenfalls eine solche Lösung). In meiner Erinnerung hat das recht ordentlich funktioniert.

    1. Erfunden hat es Dazn sicher nicht. Bei wichtigen Spielen gab es das ab und an, etwa bei der WM 1990 oder auch bei Sky bei Champions League Finals. Dazn hat aber die Praktik nach Deutschland gebracht, bei jedem Spiel konsequent auf Kommentator und Experte zu setzen. Dass dies zum neuen Normal in der TV-Berichterstattung wurde, liegt maßgeblich an Dazn.

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