6 Gedanken zu „EM-Tagebuch, Tag 17: Deutsch-dänisches Donnerwetter

  1. „In einer Welt ohne VAR hätte niemand diese Szenen nach dem Spiel diskutiert. Niemand hätte sich um sie geschert.“

    Das genau würde ich in Frage stellen: Es ist doch in den Jahren vor Einführung des VAR im Studio, bei den Experten und auch in den sozialen Medien, dank immer besserer Technik, Superzeitlupe und ein Dutzend Perspektiven, immer intensiver über winzigste Fehlentscheidungen diskutiert worden und den Schiedsrichtern Vorwürfe dafür gemacht worden, dass sie Dinge nicht gesehen haben, die klar Abseits oder Hand waren: Klar nach fünf Minuten Studium von ein Dutzend Perspektiven. Genau deswegen wurde der VAR dann ja eingeführt: Um den Schiris die Möglichkeiten der Technik zu geben.

    Dass das nun manchmal absurd anmutet liegt dann, wie Du richtig schreibst, an schwammigen Regeln, gerade beim Handspiel. Beim Abseits liegt es denke ich etwas anders, es muss ja eine Linie geben, egal wo man sie anlegt und dann gibt es dank oder wegen der Technik eben immer Milimeterentscheidungen.

    Anders gesagt: Gemeckert wurde und wird immer über die Schiris, vor und nach VAR.

  2. Was bei der aktuellen Handspielregel immer deutlicher wird: Das Vergehen steht in keinem Verhältnis mehr zur Bestrafung. Aus einem mittelmäßigen Angriff wird plötzlich eine hochkarätige Torchance.

  3. Brieflichst mal so als Gefanke: Man sollte zwischen Kritik an der Regel und Fehlern unterscheiden. Ja, bei beiden Situationen kann man gerne über den Sinn der Regel diskutieren und ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Regeln gut finde – aber am Ende wurden zwei Richtige Entscheidungen getroffen. Das ist eine ganz andere Diskussion, als wenn ein Tor wegen Abseits abgepfiffen wird, dass sich später als falsch herausstellt- dafür wurde der VAR eingeführt.
    Es ist qualitativ etwas anderes, wenn sich hinterher Dänemark über die Regel beschwert, als wenn sich Deutschland hinterher darüber beschwert, dass das Tor wegen abseits eigentlich nicht zählen hätte dürfen.

  4. Schöner theoretischer Gedanke bzgl. VAR.

    (Regeln können verbessert werden, um mit den anderen Entwicklungen Schritt zu halten. Spiel mit/ohne Ball, Taktik haben sich schließlich auch angepasst.)
    „durchwurschteln könnte“ – der ist gut… (als hättest du es geahnt).

  5. > Doch Tiefstehen und auf die Unfähigkeit des Gegners hoffen, genügt im Jahr 2024 nicht mehr.

    Fairerweise: Doch, aber man braucht dafür eine absurd hohe individuelle Qualität. Wie Frankreich.

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