Eschers EM-Tagebuch, Tag 30: Tag der Entscheidung

Der vorletzte Eintrag in mein EM-Tagebuch steht an. Heute sind alle Augen auf London gerichtet. Wer setzt sich im Finale durch? Für Italien spricht die Kontrolle im Offensivspiel, für England die defensive Stabilität. Werden beide Trainer ihre Taktik anpassen? Ich wage eine Vorschau auf das Finale. Außerdem stelle ich die Frage, ob das Tagebuch auch jenseits der EM eine Zukunft hat.

Italien gegen England: Das nicht-überraschende Überraschungsfinale

Die Deutsche Akademie für Fußballkultur lädt Freunde des Hauses vor jedem großen Turnier dazu ein, die Finalisten zu tippen. Dass die Finalpaarung England gegen Italien keine riesige Überraschung darstellt, beweist ein Blick auf die Tipps: Deutlich über die Hälfte aller Tipp-Teilnehmer haben mindestens eins der beiden Teams ins Finale getippt. Knapp 10% haben sogar die komplette Finalpaarung richtig vorhergesagt. Italien gegen England mag nicht das naheliegendste Finale gewesen sein. Es ist aber keineswegs das Überraschendste.

Dennoch umweht das Finale in Wembley ein Hauch von Überraschung. Es ist nicht das Wer, sondern das Wie, was den Finaleinzug beider Teams so besonders macht: Auf der einen Seite steht eine offensive, technisch starke italienische Mannschaft, die dem sonst so unbeliebten italienischen Fußball zu neuer Popularität verhalf. Auf der anderen Seite treffen sie auf eine englische Elf, die abseits des Platzes Wärme ausstrahlt, auf dem Feld jedoch klinisch-kälter auftritt als so manch italienische Mannschaft aus der Fußballhistorie.

Insofern ist dieses Finale ein Finale der verkehrten Vorzeichen. Italien wird angreifen, England wird verteidigen. So dürfte sich die Gemengelage im Finale darstellen, englischer Heimvorteil und italienische Mauertaktik im Halbfinale zum Trotz. Für einen anderen Spielverlauf wirken die Spielsysteme der beiden Mannschaften zu gefestigt.

Die Italiener überzeugen in diesem Turnier mit ihrem ausgefuchsten Ballbesitzsystem. Aus einem nominellen 4-3-3 erzeugen sie im Spielaufbau ein 3-2-5. Der nominelle Linksverteidiger schiebt dazu weit nach vorne, während Rechtsverteidiger Giovanni di Lorenzo in der Abwehr verharrt. Italien fokussiert den Spielaufbau über die linke Seite: Hier postiert sich Marco Verratti, hierhin zieht es Jorginho, hier lauert Tempodribbler Lorenzo Insigne auf Zuspiele. Wenn sich die Italiener nicht gerade flach über links durchkombinieren, jagen sie den Ball mit hohen Verlagerungen auf die rechte Seite. Federico Chiesa brilliert als Abnehmer dieser Verlagerungen.

Auf dem Papier wirkt das englische System gar nicht so unähnlich. Auch sie agieren auf der linken Seite etwas offensiver als auf der rechten. Linksverteidiger Luke Shaw rückt nach vorne. Er ermöglicht Linksaußen Raheem Sterling, weit ins Zentrum zu rücken. Die Engländer bauen das Spiel ebenso ruhig auf wie die Italiener, Verlagerungen und Dribblings der Außenstürmer sind auch hier die beliebtesten Wege, vor das Tor zu gelangen.

Zu erwartende Aufstellung beider Teams

Der Hauptunterschied der beiden Nationen findet sich nicht in den taktischen Details, sondern in der strategischen Grundausrichtung. Die Engländer wagen sich selten mit mehr als vier oder fünf Akteure in die gegnerische Formation. Gegenpressing betreiben die Engländer zwar auch, sie schreiben es aber nicht so groß wie die Italiener. Warum auch? Zu praktisch jedem Zeitpunkt sichern fünf, manchmal sogar sechs Akteure die eigenen Angriffe ab. Da sind die Italiener, die stets mindestens fünf Akteure an der gegnerischen Abwehrkette positionieren, offensiver aufgestellt. Sie wollen den Ball sofort zurückerobern, auch weil ihre Restverteidigung nicht immer krasse Überzahlen herstellt wie die englische.

Italiens Trainer Roberto Mancini hielt bisher stets an seinem Spielsystem fest. Selbst gegen die Ballbesitz-orientierten Spanier blieb er lange Zeit dem 4-3-3 mit dem hohen Linksfokus treu. Erst spät wechselte di Lorenzo von der rechten auf die linke Seite. Das wäre die einzige Überraschung, die gegen England möglich scheint: eine etwas defensivere Version der Viererkette mit di Lorenzo auf links. Für wahrscheinlich halte ich diese Variante aber nicht. Mancini dürfte seinem linkslastigen System auch im Finale vertrauen.

Auf englischer Seite sind die Fragezeichen aus taktischer Sicht etwas größer. Southgates Credo bei dieser EM lautet Stabilität. England erzeugt diese Stabilität nicht nur durch ihre defensive Herangehensweise, sondern auch über Anpassungen an den Gegner. Gegen Deutschland stellte Southgate auf eine Fünferkette um und stellte somit Deutschlands Außen matt. Gegen Dänemark stellte er mit Saka einen Pressing-starken Stürmer auf rechts auf. Er half, den dänischen Linksverteidiger Joakim Maehle aus dem Spiel zu nehmen.

Die jeweils defensivere Alternativformation beider Teams

Gegen Italien steht Southgate vor der Wahl. Grundsätzlich wären beide Wege möglich: der etwas offensivere aus dem Dänemark-Spiel sowie der defensivere aus der Deutschland-Partie. Ich vermute, Southgate wird im Finale etwas wagen, allein schon angesichts des Heimvorteils. Die Engländer dürften also versuchen, Italiens Spielaufbau von der linken Seite wegzulenken. Schon Belgien und Spanien hatten dies versucht; Belgien mit wenig, Spanien mit einigem Erfolg.

Selbst wenn Southgate auf eine Fünferkette verzichtet, erwarte ich ansonsten keine offensiven Überraschungen. Jack Grealish oder Jadon Sancho passen kaum zur englischen Herangehensweise. Dazu hat Southgate bislang zu stark auf die defensiven Qualitäten von Saka und Mason Mount vertraut. Auch bei den Engländern wäre es folglich keine Überraschung, wenn sie mit derselben Elf wie im Halbfinale ins Rennen gehen.

Spielentscheidend dürften die Duelle im Zentrum werden. Gäbe es einen Doppelpass für Fußball-Taktik, würde diese Phrase drei Euro kosten. Spiele werden immer im Zentrum entschieden. Und doch gebührt dem Zentrum vor diesem Finale ein besonderer Fokus.

Italiens Mittelfeld spielt ein herausragendes Turnier. Spanien war es jedoch gelungen, Verratti und Jorginho aus dem Spiel zu nehmen. Ob England den aggressiven Ansatz der Spanier kopiert? Das Problem: Kalvin Phillips ist kein Defensivterrier wie Koke, Damion Rice kein Mittelstreckenläufer wie Pedri. Die Italiener dürften deutlich mehr Kontrolle erlangen als gegen Spanien.

Probleme bekommen könnte Italiens Mittelfeld jedoch im Spiel gegen den Ball. Im Halbfinale zogen die Engländer klug die Doppelsechs der Dänen aus dem Mittelfeld. Harry Kane besetzte im Anschluss die Leerstellen hinter Dänemarks Mittelfeld. Italien hingegen hatte mit der falschen Neun Dani Olmo so seine liebe Mühe. Kanes Passspiel ist noch tödlicher als jenes von Olmo. Erwischt er einen guten Tag, könnte er aus dem Mittelfeld heraus das Spiel entscheiden.

Solche Vorschauen helfen mir persönlich meist bei der Abwägung, auf welches Team ich setzen soll. Nach dem Schreiben dieser Vorschau steh ich nun da, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor. Einen echten Favoriten habe ich nicht. Nicht nur deshalb bin ich sehr gespannt. Dieses Turnier hat uns bisher einige großartige Spiele geschenkt. Warum dann nicht zum Abschluss ein spektakuläres Finale?

Hat das Tagebuch eine Zukunft?

Seit 2011 veröffentlichen wir auf Spielverlagerung unseren Adventskalender. Dass daraus eine zehn Jahre währende Tradition werden sollte, war im ersten Jahr kaum abzusehen. Tim Rieke war der Initiator des Ganzen mit seiner Frage, ob wir nicht vielleicht einen Adventskalender machen sollten – und zwar am Abend des 30. Novembers. Wir schusterten auf die Schnelle einen Plan zusammen, und so entstand das alljährliche Ritual der Adventskalender.

Als ich dieses Tagebuch ersann, hatte die Europameisterschaft bereits begonnen. Eigentlich wollte ich nur meine Gedanken zum Fall Eriksen teilen. Kurzerhand bin ich umgeschwenkt und habe es „Tagebuch“ getauft. Vielleicht möchte ich ja noch zwei oder drei weitere Beiträge zur EM schreiben, dachte ich damals.

Es wurden ein paar mehr Einträge. Ihr lest gerade Nummer 23, morgen erscheint die finale Folge 24. An jedem Spieltag dieser EM habe ich einen Text veröffentlicht. Jeder Eintrag umfasst mehr als tausend Wörter, manche sogar 2000. Dass ich so viel geschrieben habe, beweist, was für ein Spaß mir dieses Tagebuch bereitet. Niemand hat danach gefragt, niemand hat mich dafür bezahlt. Ich wollte einfach wieder diesen 2011er-Spielverlagerung-Spirit spüren, ohne Druck und ohne redaktionellen Auftrag zu schreiben, wonach mir gerade der Sinn steht.

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So viel Freude mir das bereitet hat, so dämlich war es auch. Ich bin nun einmal kein 23 Jahre alter Student mehr, der in seiner Freizeit ungezwungen bloggt. Ich bin 33, Vater, wohne in einer nicht ganz günstigen Vorstadt-Wohnung mit Terrasse und Grünfläche und pflege auch sonst einen etwas aufwendigeren Lebensstil als 2011, als ein Besuch bei McDonald’s als Festmahl galt. Das Schreiben und Sprechen über Fußball finanziert diesen Lebensstil. Kurzum: Jede Minute, die ich mit einem Freizeitprojekt wie diesem vergeude, ist eine Minute, in der ich genauso Geld verdienen könnte.

Womit wir bei einem Thema sind, das nicht nur mich, sondern die gesamte Medienbranche umtreibt: Wie kann man Geschreibsel wie dieses hier in Geld umwandeln? Eine Paywall ist die logische Antwort, und doch tue ich mich schwer damit. Aus 5000 Lesern würden dann schnell 100, und dann wäre man schnell bei der Frage: Für wen macht man das hier eigentlich? Für die paar Leute, die es sich leisten können, einen einsamen Journalisten zu finanzieren? Wie soll jemand auf meine Inhalte aufmerksam werden, der mich nicht schon seit Jahren verfolgt?

Das soll am Ende auch nicht in Gejammer ausarten. Wie gesagt: Ich mache das hier ausgesprochen gerne. Ich werde aber in den kommenden Wochen darauf herumdenken, wie ich Spaß und Geldverdienen verbinden kann. Im Idealfall ist das ja die beste Kombination: Ich hab Spaß am Schreiben, ihr habt Freude am Lesen. Dass die Grundidee dieser Tagebuch-Einträge – auf verständliche und zugängliche Art Fußball zu analysieren – auf Gegenliebe stößt, beweisen die mehr als respektablen Klickzahlen der Ausgaben.

Jetzt muss ich mir nur überlegen, wie man so etwas auf solide Beine stellt, damit es nicht nur zur EM, sondern vielleicht auch zur Bundesliga oder Champions League solch ein Tagebuch gibt. Für Ideen, wie sich das realisieren lässt, bin ich offen.

Kurze Beobachtungen

  • In einem früheren Tagebuch-Eintrag habe ich angemerkt, dass es keinen herausstechenden Spieler des Turniers gab. Ich bin weiterhin gespannt, wen die Uefa zum Spieler des Turniers kürt. Harry Kane, Raheem Sterling und Lorenzo Insigne dürften bei einem Tor im Finale beste Aussichten haben auf den Titel. Doch nicht nur beim Spieler des Turniers, sondern auch bei der besten Elf tue ich mich schwer. Vor dem Finale sind bei mir nur zwei Spieler gesetzt. Den Rest wähle ich erst nach dem Finale aus. Da wird sich entscheiden, ob Luke Shaw noch Leonardo Spinazzola überholen kann, ob Insigne oder Sterling vorneliegt und wer letztlich im Tor steht. Damit ich das Finale nicht zu hoch bewerte und dem Aktualitäts-Bias unterliege, habe ich schon einmal festgelegt: Paul Pogba wird in der Top-Elf stehen, trotz des Achtelfinal-Aus seiner Franzosen.
  • Kleine Ergänzung zum Thema Paid Content: Bei der EM-Berichterstattung wurde mir wieder einmal schmerzlich bewusst, wie schwer ich mich mit den Paid-Content-Modellen deutscher Zeitungen tue. Diese funktionieren immer noch nach dem alten Zeitungsmodell: Wer den Sport lesen möchte, muss auch die Ressorts Wirtschaft, Kultur und Panorama mitfinanzieren. Am Ende zahle ich also 20 Euro pro Monat, obwohl ich eigentlich nur wissen möchte, was Danial Montazeri, Oliver Fritsch oder Martin Schneider über die EM schreiben. Bei The Athletic bekomme ich das xfache an EM-Berichterstattung zu einem Viertel des Preises. Und ja, natürlich ist der Vergleich unfair, weil The Athletic nichts Anderes als Sport macht und Spiegel, SZ & Co. Vollredaktionen sind. Und trotzdem buttere ich als geiziger Kunde dann mein Geld eher in die englische Sportzeitung als in deutschen Qualitätsjournalismus. Was irgendwie schade ist.
  • Eins noch zum Thema Paywall, dann bin ich auch durch: Obwohl ich für die EM-Berichterstattung sogar Geld gezahlt hätte, war mir das nicht möglich. Ich habe Spiegel, Zeit und SZ während der EM abonniert. Aber zahlen musste ich dafür nichts. „Kennenlern-Monat“ nennen das die Redaktionen, und damit verbunden ist die Hoffnung, dass ich vergesse zu kündigen und danach 19,99€ im Monat zahle. Was ich nicht vorhabe, da die EM heute endet und damit auch erst einmal mein Interesse daran, gleich mehrere Zeitungen zu abonnieren. Ergo habe ich mich bei drei Redaktionen durchgeschnorrt, obwohl ich eigentlich bereit gewesen wäre, Geld zu bezahlen.

Leseempfehlungen

The Guardian. Tactical battle: where the Euro 2020 final will be won and lost.

Eurosport. Win or lose, there’s more to come from Gareth Southgate’s England as World Cup looms

11Freunde. Elfmeter-Forscher im Interview: „Giorgio Chiellini hat Jordi Alba dominiert“

Das Titelbild zeigt eine Menge Engländer, die den Sieg bei der Rugby WM 2003 feiern. Das Bild stammt von Andy Hewitt, Lizenz: CC BY 2.0.

17 thoughts on “Eschers EM-Tagebuch, Tag 30: Tag der Entscheidung

  1. Ich schreibe normalerweise keine Kommentare. Jetzt muss ich es doch einmal tun, um meine Dankbarkeit für die großartigen Beiträge, die über die letzten Wochen in regelmäßigen Abständen erschienen sind. Als Vater dürfte ich es mir eigentlich auch nicht zeitlich erlauben, diese zu lesen. Ich tue es doch, mit großem Gewinn. Ich habe viel gelernt. Danke. Auf viele Kommentare zur EM hätte ich in den letzten Wochen in den Medien verzichten können, auf dieses Tagebuch nicht. Danke dafür und (hoffentlich) weiter so!

  2. Es ist fürwahr eine Krux mit dem Geld. Es bräuchte etwas wir Flattr, nur in gut und groß. Pay as you like. Pro Artikel.

    Ich pitche mal ein Start-up-Konzept. Vielleicht eine Plattform namens „Sport 3000“, auf der hunderte Blogger und Journalistinnen Artikel hinter einer soften Paywall veröffentlichen. Leser können jedem Artikel nach zunächst für Abonennten kostenloser Lektüre ein Honorar von 20 Cent (default) bis 3 Euro aus einem Pre-Paid- oder Abo-Account zuweisen.

    1. Georg, du nimmst mir die Idee aus dem Munde. Die Idee von Flattr, aber eben auch flächendeckend umgesetzt. Das wäre es. Bspw auch direkt für Likes, Retweets oder Links auf Twitter. Das wäre ein Traum für mich.

      Ich bin da ja selbst sehr doppelmoralig unterwegs. Patreon für MSR. Dauerauftrag für Rasenfunk. Klar. Athletic oder auch nur die Registrierung bei 11 Freunde? Nein. Gibt ja auch so genug Content um meinen Buffer zu füllen. Dilemma.

      Ansonsten muss gesagt werden, dass dieses Tagebuch hier der absolute Leuchtturm unter den EM Berichterstattungen war. Wo sich andere Artikel auf unterschiedlichen Seiten wie die immer gleiche dpa Meldung gelesen haben, gab es hier im wahrsten Sinne des Wortes „original content“.
      Ohne das Tagebuch hätte mir die EM so viel weniger Spaß gemacht. Gilt gleichbedeutend auch für die Rasenfunk Podcasts und den „Plagiateur“ bei MSR. 😉
      Ich hoffe also sehr, dass es diese Serien auch wieder geben wird und möchte dafür auch gern bezahlen.

  3. Vielen Dank für das Tagebuch zur EM, habe hier sehr gerne täglich mitgelesen. Ich bin sehr gespannt auf das Finale heute Abend, finde es sehr schwer einzuschätzen wer das gewinnen wird.
    Ein vernünftiges Bezahlmodell zu finden ist sicherlich nicht einfach, ich würde mich aber freuen, wenn es eine Möglichkeit gibt, das sinnvoll umzusetzen und würde das auch gerne unterstützen.

  4. Hallo Tobi, zum Thema Finanzierung des Newsletters: am organischsten fände ich einen passenden Werbepartner, der den Newsletter präsentiert und dafür eine Anzeige für eines seiner Produkte/Dienstleistungen einbetten darf, passend wäre z.B. DAZN oder ähnlich.

  5. Ich bin sowas von bereit für Fußball-Content aus deiner Feder zu zahlen.

    Seit deinen ersten Auftritten bei Bohndesliga hälst du mein Interesse am Thema Fußball quasi im Alleingang am Leben (sei es mit deinen Büchern, Artikeln, Podcast- und Bewehtbildauftritten), nachdem die Football Leaks da doch einiges zerstört haben. Bundesliga und CL wären maximal Randerscheinungen in meinem Medienkonsum, die EM nicht halb so interessant, wenn du mich nicht regelmäßig wieder aus meinem Fußballzynismus rausholen und mit Wissen und Witz über die oberflächlich betrachtet langweiligsten Partien schreiben würdest.

    Auch wenn mir dein „normaler“ Output eigentlich reicht, sind die Einträge hier auf Laptoptrainer doch immer besonders lesenswert.

    Also ja, ich würde gerne zahlen. Zu möglichen Modellen kann ich aber leider keine Vorschläge machen. Etwas ohne Paywall fände ich aber wahrscheinlich schöner, wobei man da hier in Deutschland wohl auch etwas voreingenommen ist durch die von dir angesprochenen Abomodelle der großen Zeitungen.

  6. Zum Thema Monetarisierung:
    Du könntest drüber nachdenken dir einen Patreon Account oder etwas Vergleichbares anzulegen. Ich hab jedes deiner Tagebücher gelesen und hätte auf jeden Fall einen kleinen Beitrag gezahlt. Bei Patreon kann man die Beiträge auch monatlich aussetzen, solltest du mal nichts schreiben in der Sommerpause oder so. Mit freiwilligen monatlichen Beträgen kann dann auch jeder selbst entscheiden, ob er nur für EM oder WM Tagebücher zahlen will, oder auch für wöchentliche Bundesliga Beobachtungen. Anhand der Beiträge kannst du dann auch sehen, wo vermehrtes Interesse besteht.
    Was auch interessant sein könnte wäre das fertige EM Tagebuch als Buch zu veröffentlichen, vielleicht nochmal mit etwas überarbeitetem Text und Fotos/Grafiken zur Ausgestaltung. Ich finde dein Tagebuch fasst alles was bei dieser (doch denkwürdigen) EM passiert ist super zusammen.

    Das EM Tagebuch hat mir auf jeden Fall echt richtig gefallen, klasse dass du das einfach nebenbei geführt hast, ich hab mich nach jedem Spieltag schon drauf gefreut was ich am nächsten Tag zu lesen bekomme.

  7. Danke dir für das Tagebuch, dass meine Euro sehr bereichert hat. Es hat mir auch Lust gemacht, dein Buch zu lesen um etwas mehr zu verstehen und beim gucken verstehen zu können. Ich würde so ein freies Fußball(taktik)tagebuch von dir gerne weiter lesen und finde das offene Format eigentlich reizvoll, auch im Hinblick auf die Inhalte (die gemeinsame Aufmerksamkeit auf wenige Spiele ist in der Form ja auch selten). Ich unterstütze gerne Leute bei Patreon, das geht mit und ohne paywall. Allerdings ist für mich oft die Höhe des Betrages die krux – 1 Euro gebe ich zb gerne immer, auch egal was man „dafür“ kriegt,. mitunter monatelang nix- bei höheren Beträgen steigt die Monatsabrechnung dann rapide und man beginnt zu rechnen, lese ich das noch, kann ich mir das leisten (je nach Situation natürlich). Aber bei einer Range von 1-5 Euro monatlich wäre das ja immerhin schon eine gute Entschädigung für einen wöchentlichen Eintrag wenn auch nur ein Bruchteil der Leute die hier lesen zahlt?

  8. Danke für das ausgezeichnete EM-Tagebuch!

    Keineswegs eine vollständige Antwort, aber doch ein kleiner Hinweis: Ohne das viele kostenlose Material hätte ich zumindest deine Bücher nicht gekauft.

  9. Spielverlagerung, gerade die ersten Jahre, war ziemlich genial. So viele motivierte, großartige Autoren. Das alles feuerte meine Leidenschaft, die ich zuvor erst mit Klopp (und Tuchel) entdeckte, wieder so richtig an. Und man merkt auch, dass mit dem Abflauen von SV.de auch mein Spaß am Fußball kleiner wurde (+diverse andere Dinge rund um den Fußball – aber die EM zeigte auch auf, warum es eine tolle Sache ist).

    Als Denkmodell: Patreon für Spielverlagerung. Solange da keine Unsummen reinkommen, ist es natürlich nicht lukrativ, Zeit zu investieren, wenn der „Return“ gering ausfällt. Ergo es eher „laxer“ betreiben, aber dann doch die Dinge zusammenzuführen. Denkbar wären dafür ja auch direkte Links auf Autorenartikel in anderen Quellen (11Freunde, Spiegel.de etc.), auch wenn diese hinter einer Bezahlschranke sind.

    Und warum nicht hier? Nun, letztlich geht es ja darum, dass man ja auch „was“ fürs Geld kriegen will. Und natürlich sind dann monatlich 12 Artikel (irgendeine Zahl) reizvoller als 4 Artikel (weil es nur einen Pro BuLi-Wochenende vielleicht gibt – oder manchmal auch nicht).

    Generell finde ich Patreon so oder so aber ein gutes Modell. Eventuell auch für Laptroptrainer.de und nur deine Artikel

  10. Hallo Tobias,

    ich schätze dein Engagement sehr und bin froh über eine solch fundierte Form der analytischen Berichterstattung.
    Ich denke, dass du für dich entscheiden musst, ob sich der Aufwand der unentgeltlichen Arbeit für dich lohnt, sowohl monetär als auch idealistisch und in welchem gesunden Verhältnis du das noch vertreten kannst. Die Resonanz auf deine Tagebucheinträge geben dir Recht in dem, was du da machst. Vielleicht macht es zukünftig nicht die Menge der Beiträge, sondern die Lust und Zeit daran, die uns weiterhin ein kostenloses Lesevergnügen bescheren. Ich hoffe darauf.

    Dies als Diskussionsgrundlage.

    Als zweite Diskussionsgrundlage schonmal vorweg meine Top 11 der EM im 4-2-3-1.

    Schmeichel – Walker, Chiellini, Maguire, Mæhle – Pogba, Kanté – Verratti, Olmo, Pedri – Kane

    Grüße
    Schwerti

  11. Hallo,

    Ich kann mich dem Patreon Vorschlag fürs erste Mal anschließen, ich bin Supporter bei dem Projekt von Ilyass von RBTV und das läuft (sofern ich das beurteilen kann) ganz gut für ihn, weil man durch den direkten, persönlichen Support auf der einen Seite die redaktionelle Freiheit hat und auf der anderen Seite eine gut planbare Summe. Ich persönlich finde so eine „Einzel-Artikel-Paywall“ oder ein Modell wie 11 Freunde eher abschreckend, aber da gibt es natürlich Meinungen wie Sand am Meer. Mir hat der Blog aber wirklich sehr sehr gut gefallen und sofern ich dann nicht 1 zu 1 dasselbe wie in Bohndesliga höre wäre es mir auch jederzeit Geld in monatlicher Form wert, eben weil ich dann genau den Content bezahlen kann den ich lesen will und KEINE Vollredaktion mit bezahlen muss. Aber ich bin ja sowieso schon Fan deiner Analysen (insofern bin ich ja schon überzeugt) da ist die Bezahlschwelle natürlich kleiner.

  12. Hi Tobi,

    Auch von mir ein Großes Lob für Dein EM Tagebuch. Hab mich jeden Tag darauf gefreut, die Artikel alle mit großem Interesse gelesen.

    Kurze Anmerkung zum Thema Paywall:

    Persönlich fände ich einen Ansatz wie beim 11 Freunde Club einfach und genial. Wenn Du in Zukunft Deine Tagebücher als eine Art Newsletter über den 11 Freunde Club vertreiben würdest / könntest, wäre ich gerne Dein Leser und Kunde. Finde dort passt es super rein. Bin dort schon Kunde, zahle gerne den monatlichen Betrag für guten Content.

    Viele Grüße,
    Martin

  13. Hallo, auch ich bedanke mich zunächst mal ! Ich war so freudige überrascht als die Serie plötzlich im RSS Feed aufgetaucht war 🙂🙃🙂
    Bezüglich Finanzierung: an Patreon stört mich, dass jemand mit verdienen will und dass es diese Firma nix angeht, was ich lese!
    Alternative: so wie der rasenfunk? Wenn jeder dritte von 1’000 regelmäßigen Lesern monatlich nen Euro oder den Gegenwert eines Cappuccino direkt überweist, sind das rund 500 Euro.

  14. Newsletter auf der Website veröffentlichen und per Mail. Teilweise free content, teilweise paid. Gibts im englischsprachigen Raum ja auch genug (Grace on Football, No Grass in the Clouds, space space space um nur ein paar zu nennen).

    Vielen Dank für den täglichen tollen Content. Hat Spaß gemacht.

    Donnarumma – Shaw, Kjaer, Chiellini, Maguire, Maehle – Pogba, Jorginho, Sterling, Pedri – Schick

  15. Wegen der Finanzierung, vielleicht wäre ko-fi.com eine Möglichkeit? Dort kann man Spenden, einmalig sowie monatlich. Die nehmen wohl auch keine Provision laut HP, aber weiß es aus eigener Erfahrung nicht. Kenne die Seite von einer Comiczeichnerin die damit u.a. ihren Lebensunterhalt aufbessert.

    Ach ja: Super Text mal wieder, ich bin auch schon gespannt auf das EM-Studio bei RB heute abend 🙂

  16. Ohne deine stets lesenswerten Tagebucheinträge wäre die „EM-Erfahrung“ eine unvergleichlich ärmere gewesen!

    Ich habe mich dem US-amerikanischen Trend folgend mittlerweile (wenn auch zugegebenermaßen widerwillig) an das substack.com-Modell gewöhnt – da lassen sich dann „frei“ verfügbare Beiträge auch gut mit Bezahlinhalten variieren.

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