9 Gedanken zu „Tag 21: Wenn Deutschland nur einen Kane hätte

  1. Ich habe schon gewitzelt: 2018 sind wir rausgeflogen, weil nicht genügend Leute die Hymne mitgesungen haben. 2022 lag es nur an der Regenbogenbinde. Wenn Nagelsmann jetzt fliegen sollte, dann nur, weil noch keine passende Ausrede gefunden wurde, die mit ihm nichts zu tun hat. Da würde das Quartier ja passen.
    Dabei ist doch klar: Wir sind einzig und allein deswegen ausgeschieden, weil Matthias Ginter nicht dabei war!

  2. Ich weiß, es ist müßig, aber können wir über den (aus deiner Sicht gerechtfertigten) Elfmeter sprechen?
    Entweder man gesteht beiden zu, dass sie den Ball spielen wollen. Dann ist das ein Kontakt, der dazu führt, dass keiner ihn erreicht. Also weniger ein Foul als ein Zusammenstoß. Oder man unterstellt Absicht. Dann sucht klar Tielemans von hinten kommend den Kontakt mit Camara, und nicht umgekehrt.
    Und wozu nach einem Standbild mit Kontakt der Füße gesucht wird, ist mir schleierhaft. Eine klare Fehlentscheidung stellt das in jedem Fall nicht dar. Zumal in der Aktion selbst ja Belgien zu einer klaren Torchance kam.
    Make it make sense!

    1. Ich hatte eher das Gefühl, dass der Schiedsrichter den Kontakt gar nicht wahrgenommen hat. Und dann ist es aus meiner Sicht ein „serious missed incident“, für den der VAR den Schiedsrichter an den Bildschirm rufen muss. Der Verteidiger beeinträchtigt die Ausholbewegung eines Spielers, der wenige Meter frei vorm Tor abschließen könnte. Ich denke schon, dass hier ein Elfmeter gerechtfertigt ist.

  3. Dass der VAR sich nur bei klaren Fehlentscheidungen einschaltet, ist vielleicht noch offiziell so kommuniziert bzw auch niedergeschrieben, aber das war nie der Fall und wird nie der Fall sein. Bei dieser so wichtigen Szene in der letzten Minute hat man den Schiri gebeten, es sich nochmal am Bildschirm anzusehen, weil er da vielleicht etwas übersehen hat. Ob eine Entscheidung klar falsch ist, ist ja subjektiv. Soll man dem Schiri einfach nochmal am Bildschirm zeigen und er entscheidet dann halt nochmal mit TV-Bildern.

  4. Ich fand auch, daß es England in HZ 2 gut gelungen ist, den Druck stetig zu erhöhen, ohne dabei jemals hektisch zu werden. Nur einmal war Tuchel ja sichtlich ungehalten, weil sein Team einen Angriff nicht geduldig genug ausgespielt hatte. Die personellen Wechsel auf den Flügeln, die im Prinzip sogar alle vorhersehen konnten, haben auch geholfen (Gordon hat beide Treffer vorbereitet), denn da fehlt Teams wie der DR Kongo am Ende doch die Möglichkeit, entsprechend zu reagieren. Nach dem Ausgleich hat man bei England auch klar den Vorsatz und einen Plan erkannt, das Spiel ohne Verlängerung zu drehen.
    Zur Anpassung an die Höhenlage ohne lange Akklimatisierung fallen mir noch die südamerikanischen Teams ein, die zum Auswärtsspiel in Bolivien manchmal gezielt personelle Anpassungen vornehmen, also Spieler einsetzen, die mit der Höhe besser zurechtkommen als andere. Würde nicht überraschen, wenn England die Spieler im Vorfeld auch dahingehend getestet hätte.
    Das Spiel Belgien vs. Senegal kann Christoph Biermann jetzt also dankbar seiner Materialsammlung zur Macht des Zufalls im Fußball hinzufügen.
    Und daß die Suche nach Ausreden beim DFB ja nicht zuletzt von der Erkenntnis ablenken soll, daß die aktuellen Spieler eben die Klasse nicht besitzen, haben jetzt ja schon einige festgestellt. Ich glaube, Martin Rafelt hat im Rasenfunk das Kadertauschexperiment empfohlen: Welcher DFB-Spieler würde bei Frankreich oder England in der derzeitigen Verfassung ein Upgrade sein können? Antwort: Bei Frankreich keiner, bei England Oliver Baumann. Liste vollständig.

  5. Ach ja: Ein ulkiges Detail zum Vergleich zwischen England und Deutschland war ja noch, daß bei England die zwischenzeitliche Versetzung des zentralen Mittelfeldspielers Declan Rice auf die Rechtsverteidigerposition nicht nur irgendwie funktionierte, sondern sogar einen positiven Effekt brachte.

  6. Tuchel sagte eigentlich sogar explizit im Interview vor dem Spiel (denke mal nach bekanntwerden der Aufstellungen), dass Kongo sich da wohl an Ghana orientiert und da in einem 4-5-1 agieren würde. Also zumindest dann war ihm das schon klar, nicht erst im Spiel

  7. Die Aussage von Schweinsteiger über den wilden afrikanischen Fußball hat sich ja mal wieder bestätigt.
    Senegal hatte das Spiel total in Griff und werden dann selbstgefällig bzw. lassen Mental nach.

    Noch einige Beispiele aus der Vergangenheit:
    Kamerun – England (1990)
    Nigeria – Italien (1994)
    Elfenbeinküste – Griechenland (2014)

  8. Ich muss eine Korrektur anbringen, ansonsten lyncht mich meine mexikanische Freundin zu Hause 🫣😄
    Mexiko liegt in Nordamerika!😉

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